3. RCN Lauf am 26.06.2010
Wie gewohnt reiste Tim mit dem fleißig vorbereiteten Schlachtschiff freitags zur technischen Abnahme an, damit der Samstag für alle etwas stressfreier wird. Die Team-Mitglieder stießen nach und nach hinzu – und nicht nur die Helfer, sondern auch ein zweiter Fahrer: unser A-Team-Mitglied Marc Spliethoff der auf einem Renault Clio startete. Der M5 kam anstandslos durch die und man konnte sich gemeinsam nach Adenau ins Aviano zurückziehen. Dort wurden nurnoch Kleinigkeiten besprochen, die für den Samstag wissenswert sind und nach dem Verzehr einer ordentlichen Portion Knoblauch und einigen Mutsäften wurde das A-Team-Headquarter bezogen.
Am Renntag in der Vorbereitung lief alles entspannt ab. Die Autos standen schon in der Startvoraufstellung, das Team Hoffmann hat freundlicherweise mit jeder Menge Platz im Servicefahrzeug die Anreise auf die T13 erleichtert, der „Boxenplatz“ wurde bestückt. Tim kletterte ins Auto und Jürgen arbeitete die Checkliste ab: Tim anschnallen, Trinksystem anschließen, Headset anschließen, Laptimer anschalten, Hauptkamera anschalten, Hauptkamera noch einmal kontrollieren, ob sie wirklich an ist, Kotflügelkamera und Frontkamera anschließen, Feuerlöschersplint ziehen, Türen alle schließen, Tankdeckelverriegelung öffnen. Marc bekam noch ein paar Abreißzettelchen verpasst, der Clio wurde von einigen netten Helfern überbrückt und dann ging es auch schon los, die Autos fuhren. Gemäß der Wettervorhersage wurde es immer wärmer.
Tim war zu diesem Zeitpunkt schon am Ölen und es war verdammt heiß im Auto. Plan für das nächste Rennen: „elektrische Lüftung einbauen“.
Im Vorstart fieberte er schon dem Start entgegen. Dabei stand aber ganz klar die Vorfreude auf den Fahrtwind im Vordergrund. Nach Tim´s Gefühl musste der Rennanzug zu diesem Zeitpunkt schon durchgeschwitzt sein. Er merkte sich wiederholt: „elektrische Lüftung einbauen“.
Angekommen auf T13 wurde vom Servicepersonal die Zeitmessung installiert, ein Runden-Übersichts-Zettel zum Ausfüllen gekritzelt, alles war da, alles bestens, außer: Die Tankbons. Die waren nicht da. Ein Anruf im M5 ergab, dass Sie offenbar bei Jürgen sind. Der hatte sie aber nicht. Alle Taschen auf T13 durchsucht. Keine Tankbons. Jürgens Auto durchsucht. Keine Tankbons. Nachdem Jürgen mehrfach freudestrahlend den „Höllenberg“ bestritten hatte waren sie gefunden: In Tims Geldbörse!!! Der Mutsaft vom Vorabend war offenbar schuld daran, dass die Übergabe an den Tankchef vergessen wurde.
Zeitgleich bewegten sich die Autos vor Tim. Es ging endlich los. Die Einführungsrunde war für ihn zum Abkühlen da. Tim braucht Frischluft, ihm ist heiß!
Zu Beginn der 1. Sprintrunde hatte Tim zwei E36 vor sich. Im Bereich Hatzenbach überholte er den ersten und Ausgang Flugplatz schaffte er den zweiten. Hinter ihm befand sich der Porsche 993 RS von „9 und 11“, der ihn auf dem Weg zum Schwedenkreuz dann auch überholte. Ab dort begannen dann zwei herrliche Sprintrunden. Er blieb die ganze Zeit dicht am Heck des Porsches und hatte Spaß, sich Zentimeter für Zentimeter näher heran zu kämpfen. Tim versuchte hin und wieder zu überholen, aber die zur Verfügung stehende Leistung reichte nicht aus. Im Galgenkopf in der 2. Sprintrunde nutzte Tim seinen Schwung, um wieder zum Überholvorgang anzusetzen.
Es sah gut aus, der M5 kam mit deutlich mehr Speed aus der Kurve, kam rasch näher und zog an ihm vorbei. Leider zog der Porsche auf der Döttinger Höhe aufgrund seiner Mehr-Leistung einfach davon. Selbst die Unterstützung durch den Windschatten brachte nichts mehr.
Die Mädels von der Zeitnahme machten einen guten Job. Alles lief reibungslos, bis der Anruf kam, dass Marc in Breidscheid steht. Der Clio war ausgegangen und sprang nicht mehr an. Sofort wurde Hardy mit einem Überbrückungskabel auf seinem Cross-Motorrad losgeschickt. Hardy kam aber nicht mehr dort an, weil plötzlich der gelb-rote Clio in die Box einfuhr. Marc hatte Unterstützung in Breidscheid gefunden und konnte aus eigener Kraft den Weg über die Strecke nach oben antreten, Hardy wurde wieder zurückgerufen. ZEITGLEICH war aber auch Tim in seiner ersten Tankrunde und musste jeden Moment mit dem M5 auftauchen. So war es auch: Beide Autos standen an der Box, der eine planmäßig, der andere nicht. Marc konnte nach einer kurzen Sichtkontrolle wieder durchstarten, so dass alle Aufmerksamkeit Tim gewidmet werden konnte.
Tim sah man die Hitze im Auto deutlich an. Der Camelbak war bis auf den letzten Tropfen leer gesaugt und wurde mit neuen Getränken befüllt. Das Reifenbild der Slicks war einwandfrei, so dass ein eventuell angedachter Räderwechsel nicht erforderlich war (Schade, auf dem Schlagschrauber war eine Spycam installiert). Scheibe war sauber, Auto in Ordnung, Tim im Eimer, aber egal – ab zum Tanken. Dort hatte sich bereits eine lange Schlange gebildet, so dass Tim relativ lange ohne Fahrtwind durch die Sonne geschoben werden musste. Luftfecheln mit den Türen hat nichts gebracht, Luftfecheln mit Zettelchen hat nichts gebracht, es war einfach mörderisch heiß und Tim schlief immer wieder fast ein in seiner Sauna.
Tim kam es vor, als ob er stundenlang in der Box stehen würde. Es ging einfach nicht vorwärts. Es war unerträglich heiß und es ging einfach kein Wind. Er war fix und alle. Er dachte ans aufgeben. Auf dem Weg zur Tankstelle ließ er immer wieder seinen Helm ins HANS-System fallen mit dem Ziel, seine Kräfte zu schonen. Sein einziger Gedanke: „Zum Nächsten Rennen eine elektrischen Lüfter einbauen“. Nach gefühlten 2 Tagen kamen wir dann endlich zur Tankstelle. 
Seitens des Teams wurde Tim die Frage, ob es was ausmachen würde, wenn er den zweiten Turn nicht komplett durchfahren würde, unmissverständlich mit „Ja, das macht was aus“ beantwortet, Tim hatte somit eine klare Anweisung. Nachdem das Auto betankt hat man Tim wieder geweckt und es konnte los gehen. ALSO: 1. Gang rein und ab auf die Piste! Frischluft holen!!!
Denkste… Beim Gasgeben fuhr er mit Vollgas Rückwärts.
Tim war noch nicht wieder ganz da. Also einmal neu den 1. Gang einlegen.
Das Brüllen von hinten verriet ihm, dass er wieder den Rückwärtsgang gefunden hatte. Er wusste bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht, dass er so viele Rückwärtsgänge hat. Nach dem 4. Anlauf klappte es dann endlich und es ging raus auf die Strecke zu den letzten 8 Runden.
Der Fahrtwind machte die Gegebenheiten im Fahrzeuginnenraum wieder deutlich angenehmer.
Tim war wieder unterwegs, Marc war plötzlich wieder da: der Lüfter war ausgefallen und der Clio kochte über. Alle Helfer schauten nach, ob man mit kleinen Handgriffen die Fahrt fortsetzen könnte. Gemeinsam wurde dann entschieden, dass das Auto besser stehen bleibt und Marc´s erster Renneinsatz war damit beendet.
Die nächsten 2 Runden fuhr Tim planmäßig nur zum Abkühlen und Regenerieren. Er merkte, dass er langsam wieder fit wurde. Die Bestätigungszeit traf er sehr gut – also auf in die letzten 5 Sprintrunden!
Da die Konzentration jedoch abgenommen hatte, fuhr er nicht mehr am Limit. Rundenzeiten von um die 8:30 min reichten ihm.
In der 13. Runde freute er sich, dass das Auto den Belastungen so vorbildlich verkraften konnte und kein technischer Defekt aufgetreten war. In der Tankpause wollte er das Handtuch schmeißen und nun hatte er doch nur noch 1,5 Sprintrunden + Auslaufrunde vor sich. Kein Problem, das schafft man auch noch.
Tim war stolz auf sich, dass er den Lauf kräftemässig schafft und dann hörte er im Bereich Hohe Acht ein komisches Geräusch. „Was war das?“ Auto fährt sich normal, also weiter geht es. Oh, bei 7000U/min kommt schon der Drehzahlbegrenzer, was ist denn hier defekt?
Richtung Wippermann konnte er nur noch bis 6000U/min drehen. Im Brünnchen hatte er bereits den kompletten Vortrieb verloren. Nach Treten des Kupplungspedals ging der Motor aus. Der Schwung reichte aus bis zur Parkbucht Ausgang Brünnchen , wo Tim den M5 abstellte. Sich selbst legte er in angrenzenden Wald zur Abkühlung. Kurzer Anruf bei Daniela mit der Info über Ausfall durch TD und dass er etwas zu trinken brauche. Die DMSB-Staffel hat das Auto bis zum Pflanzgarten geschleppt. Dort konnte ihn das Team bereits mit Unmengen an Getränken in Empfang nehmen. Kurze Zeit später kam auch schon der Hänger und mit vereinten Kräften konnte das Schlachtschiff, das vorsichtshalber nicht mehr gestartet wurde, aufgeladen werden. Damit war der 3. Lauf frühzeitig für das A-Team beendet.

























